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Immobilien, Inflation und Zinsen.

Nous ne pourrions rien faire de mieux que de faciliter l’acquisition d’une maison à ceux qui ont l’intérêt à l’acquérir. C’est pour ceux-là que nous travaillons.[1] Mit diesen klaren Worten definierte der damalige Staatsminister Paul EYSCHEN im Jahr 1902 vor der luxemburgischen Abgeordnetenkammer die Wohnungspolitik seiner Regierung. Heute, 120 Jahre später, stehen in der Wohnungsfrage nicht mehr vorrangig die hygienischen Wohnzustände im Mittelpunkt politischer Diskussionen, sondern schlichtweg die Erschwinglichkeit des Wohneigentums auf luxemburgischem Grund und Boden.

Die boomende Wirtschaft hatte in den letzten Jahren einen Kaufrausch für alles Mögliche ausgelöst, von Aktien über Kryptowährungen bis hin zu Immobilien. Der luxemburgische Immobilienmarkt hat ungekannte Preisanstiege verzeichnet: + 10,1 % im Jahr 2019, + 14,5 % im Jahr 2020, + 13,9 % im Jahr 2021[2]. In den letzten Monaten redeten Politiker von Zeitenwende, für unsere Generation unbekannte Inflationsängste machten sich breit und zwischenzeitlich büßten einige Aktien-Indexe mehr als 15 % an Wert ein. In diesen Zeiten fragen sich Immobilieninvestoren und Eigenheimbesitzer wie Immobilien auf Inflation reagieren? Die Frage, die sich aber aufdrängt, ist, ob Immobilienpreise und Inflation positiv korrelieren, sprich in welchem Maß führt eine höhere Inflation zu höheren Immobilienpreisen?

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Atomkraaft? NEE MERCI

Auch wenn es in Luxemburg Bestrebungen gab eine Atomzentrale zu errichten, wurden diese Pläne Ende der 1970er Jahre ad actagelegt. Eine Mobilisierung in Bevölkerung und Wissenschaft, in Kombination mit verschiedenen internationalen Entwicklungen sorgten dafür, dass das Projekt bei der damaligen Regierungspartei der LSAP keine Mehrheit mehr fand.[1] Anschließend richtete sich der Widerstand gegen den Bau der Atomzentrale in Cattenom, die 1986 in Betrieb genommen wurde. Zusammen mit Vertretern aus dem Rheinland, dem Saarland und Lothringen kam es zu einer grenzüberschreitenden Vernetzung und der Gründung der Internationalen Aktionsgemeinschaft gegen Cattenom (IAC). 2011 nach der Atomkatastrophe von Fukushima wurde dann das „Nationale Aktiounskomitee géint Atomkraaft“ gegründet. Bis zur letzten Woche umfasste dieses „Aktiounskomitee“ mehr als 30 Organisationen und Parteien. Wie Dan Michels bereits 2015 in einem Beitrag für die Zeitschrift Forum aufwies, hat sich der Atom-Widerstand in Luxemburg in den letzten 40 Jahren zu einem nationalen Konsens entwickelt. Ein Konsens der sich „quer durch alle Bevölkerungsschichten“ zieht.[2]

Mit dem Austritt der CSV und der ADR aus dem Aktiounskomitee endet die Zeit des politischen Konsenses. Während sich der ADR Präsident Fred Keup dem Narrativ der 1970er Jahre bedient – „soss ginn d’Luuchten aus“ – orientiert sich der CSV Präsident Claude WISELER an den Forderungen seiner deutschen Schwesterpartei und zeigt sich offen für eine Laufzeitverlängerung der Atommeiler.[3]

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Articles Droit

Die Kleptrokraten und die Immobilien:
Warum Luxemburg eine “UWO” braucht.

Im Jahr 2016 kaufte in London eine 21-jährige berufsuntätige, unvermögende Studentin eine 5,2 Millionen Euro Immobilie in bester Lage. Der Kauf wurde komplett aus Eigenmitteln finanziert und es wurde kein Kredit aufgenommen. Zu ihrem ebenfalls unvermögenden Vater hat die junge Frau kein Kontakt, ihre Mutter, Svetlana POLYAKOVA, ist ebenfalls berufsuntätig und verfügt auch über kein nennenswertes Privatvermögen – unterhält aber seit Jahren eine inoffizielle Liebesbeziehung zum russischen Außenminister Sergeij LAVROV.[1]

Der Aufschrei in Großbritannien war groß, als dieser Immobilienerwerb, Ende Februar 2022, bekannt wurde. Die britische konservative Innenministerin Priti PATEL gab zu Protokoll „Time is up for Putin’s cronies hiding dirty money in the UK[2] und begründete so eine schnellere Verabschiedung des sogenannten „Economic Crime (Transparency and Enforcement) Bill“ der am 15. März 2022 in Kraft trat.[3]

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Articles Logement

Eine Wohnung: reines Finanzprodukt oder familiäres Zuhause?

Monopoly, eines der bekanntesten Brettspiele der Welt, hat uns in unserer Kindheit schon über so manches verregnetes Wochenende hinweggetröstet. Im Spiel konkurrieren die Spieler um begrenzten Grund- und Immobilienbesitz. Gewinner ist der Spieler, der seine Konkurrenten durch das Erheben von Mieten auf seinem Grund- und Immobilienbesitz vollständig enteignet hat.

Monopoly ist aber auch eine spielerische Darstellung gesellschaftlicher Realitäten. Den Mitspielern wird einerseits bewusst, was eine monopolistische Verteilung des Immobilienbesitzes bedeutet, andererseits wird ihnen vor Augen geführt, dass Grund- und Immobilienbesitz nicht selten ein reines Zufallsprodukt ist. Im Spiel wird dieser Zufall durch Würfeln herbeigeführt. Im realen Leben, vor allem in Luxemburg, entscheidet über solchen Besitz immer häufiger – insbesondere wegen der hohen Grundstückspreise[1] – nicht mehr die Erwerbstätigkeit, sondern das Geburtslos: Das Geburtsjahr und die Familie, in die man hineingeboren wird, sind auf dem Weg zum bescheidenen Eigenheim immer auschlaggebender.

Bei der aktuellen Preisentwicklung ist dies auch nicht verwunderlich. Im Jahr 2010 kostete eine 80 m2 Immobilie im Landesdurchschnitt noch ungefähr 293.680 Euro. Ende 2020 waren es schon 593.200 Euro.[2] Setzt sich die durchschnittliche Preissteigerung der letzten Dekade ungebremst fort, wird ein solches 80 m2-Appartement im Landesdurchschnitt im Jahr 2030 um die 1,2 Millionen Euro kosten!

Das Epizentrum dieser nationalen Preisexplosion befindet sich in Luxemburg-Stadt. Hier kosteten 80 m2 im Jahr 2015 noch ungefähr 420.000 Euro. Knapp sechs Jahre später muss man schon über 920.000 Euro dafür auf den Tisch legen.[3] Hier könnte man also 2030, bei einem ungebremsten Preisanstieg, bei weit über 2,5 Millionen Euro für eine 80 m2-Immobilie liegen.

Auch wenn solche Extrapolationen mit Vorsicht zu genießen sind, untermauern sie aber die Notwendigkeit resoluten politischen Handelns und Umdenkens in der Wohnungsfrage; dies mit dem Ziel, solche Preisauswüchse zu verhindern und das Primärbedürfnis nach „Wohnen in Luxemburg“ in erschwingliche Sphären zurückzuführen.

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Rieden

Solidaritéit an Haltung

Ried Kongress 5. März 2022

Léif Komerodinnen a Komeroden,

Wat an der Ukraine grad geschitt, ass schwéier a Wierder ze faassen.

Zanter dem 24. Februar, féiert de Putin en Ugrëffskrich géint d’Ukraine a bombardéiert do och d’Zivilbevëlkerung. Während en d’Mënschen an der Ukrain ofschluechte léisst, regéiert hien säin eegent Land als Despot a léisst Ligen uechter d’ganz Welt verbreeden.

Der Barbarei vum Krich musse mir, staark ekonomesch Sanktiounen entgéint stellen, an – jo kloer – déi wäerten och en Präis fir eis hunn. Awer dat mussen eis d’Demokratie an déi fundamental Menschenrechter wäert sinn!

An dësen schweieren Stonnen, wou dat onvirstellbart geschitt, kennt et op Solidaritéit an Haltung un, zwou sozialistesch Grondtugenden, déi ëmmer wann een an d’Geschicht kuken geet, d’Handelen vun Sozialisten ausgezeechent hunn. Ech denken un de Robert Krieps, deen als jonke Mënsch mat sengem Papp zu Dachau souz an 1969 – nom Nidderschloen vum “Prager Frühling” – op eegen Initiative (als Président vum “Comité de solidarité avec la Tchéchoslovaquie”) dem Square Jan Palach säi Numm ginn huet.

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Articles Politik

Impfpflicht statt Corona-Endlosschleife

Das Virus hat uns an eine Zeitwende gebracht. Beides ist jetzt möglich, das Strahlende und das Schreckliche[1]. Mit diesen Worten kommentierte der deutsche Schriftsteller und Anwalt Ferdinand VON SCHIRACH Ende März 2020 den Ausbruch der Corona-Pandemie. Fast zwei Jahre später stellt sich also die Frage, was die letzten Monate überwog: das Schreckliche oder das Strahlende?

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Articles Logement

Bauland: unvermehrbar, unverzichtbar und unbezahlbar.

Um die Wucher auf dem Immobilienmarkt in humane Grenzen zu lenken, muss sich der gesellschaftliche Umgang mit dem Bauland, durch politischen Mut und Energie, verändern. Dies ist keine Utopie, sondern eine realistische Zukunftsperspektive.

Sind die Immobilienpreise zwischen 2010 und 2017 um 4,5 % bis 5 % pro Jahr gestiegen, hat sich die Preisentwicklung in den vergangenen Jahren verschärft: + 9,2 % im 4. Trimester 2018, + 10,7 % im 4. Trimester 2019, + 16,7 % schließlich im 4. Trimester 2020. Diese nackten Prozentsätze lassen sich am besten an Hand eines konkreten Beispiels illustrieren: kostete eine 80m2 Immobilie im Jahr 2010 im Landesdurchschnitt noch ungefähr 293.680,- €, waren es Ende 2020 schon 593.200,- € (+ 101 %)[1]. Würde sich die durchschnittliche Preissteigerung der letzten Dekade ungebremst fortsetzen, würde ein solches 80 m2 Appartement im Landesdurchschnitt (!) im Jahr 2030 um die 1,2 Millionen Euro kosten!

Die Wohnungspolitik muss innenpolitisch, wie die Klimakrise international, zur absoluten Priorität einer zukunftsorientierten Politik in den 2020er Jahren werden. Einige Politiker behaupten „dass sich viele Menschen kein Eigenheim leisten können, weil zu groß gebaut werde[2], andere sehen in „der konsequenten Erweiterung des Bauperimeters“ die ultimative Lösung für die Wohnungsfrage[3], wiederum andere, darunter Teile der aktuellen Regierung, sind der Überzeugung einiges Mehr an Sozialwohnungen würden die Wende bringen[4] – ein jahrelang politisch verschlepptes Problem lässt sich so leider nicht nachhaltig lösen.

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Articles Klimaurgence Logement Politik

Klartext Herr BETTEL!

Warum ein resolutes Vorgehen in der Wohnungs- und Klimakrise für die junge Generation eine Notwendigkeit ist.

Nächste Woche wird der Premierminister Xavier BETTEL im Parlament seine alljährliche Rede zur Lage der Nation halten und dabei die politische Agenda seiner Regierung für das kommende Jahr festlegen. In der Vergangenheit konnte der Premierminister inhaltlich schwerlich an die Reden seiner Vorgänger heranreichen, da er es leider allzu oft verpasste den zentralen Zukunftsthemen, wie zum Beispiel Wohnungsnot und Klimakrise, den nötigen Stellenwert einzuräumen; ein weiteres Ignorieren dieser Themen wäre für die jüngeren Generationen eine Katastrophe.

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Articles Logement

Wunsch und Wirklichkeit der koxischen Wohnungspolitik.

Analyse der aktuellen und Ausblick auf eine mögliche zukünftige Wohnunspolitik.

Den Equiliber ass aus dem Gläichgewicht[1] mit diesen Worten kommentierte der Wohnungsbauminister Henri KOX unlängst die luxemburgische Wohnungskrise. Wobei Wohnungskrise? Mit diesem Begriff scheint der Minister sich nicht so recht anfreunden zu können. „No der ganz katastophaler Kris déi mir elo am Moment am Gangen sinn, wellen mir net nach weider an eng Logementskris rutschen[2] oder „D’Urgence ass am Ament bei 2.000 bis 3.500 Leit[3] sind zwei Aussagen mit denen der Wohnungsbauminister offenkundig durchblicken lässt, dass für ihn der Begriff Wohnungskrise eine Übertreibung der Situation darstellt.

Die Tatsache, dass wir unmittelbar auf eine gesamtgesellschaftliche Wohnungskrise zusteuern und wohnen in Luxemburg – ohne finanzielle Unterstützung von Dritten – für breite Teile der jungen Generation längst ein Luxus geworden ist, sollte, bei + 16,7 % Preissteigerung im letzten Jahr[4], unbestreitbar sein. Der Begriff Wohnungskrise würde die aktuelle Situation und vor allem die Dringlichkeit des politischen Handelns also gut beschreiben. Auch wenn es sich hierbei primär nur um einen Unterschied in der Begrifflichkeit handelt, sollte man aber nicht außer Acht lassen, dass, genauso wie in der Klimapolitik, nur der, der die Dringlichkeit des Problems erkennt, auch gewillt und in der Lage ist, angepasste Maßnahmen zu ergreifen!

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Articles Klimaurgence

Eis Finanzplaz: Pionnier ou passéiste ?

Après les révélations Luxleaks et le tapage médiatique autour d’OpenLux, le Luxembourg ferait bien d’accélérer ses efforts vers une place financière transparente et écologique. En tant que deuxième centre de fonds d’investissement au monde, avec plus de 5 billions EUR d’actifs nets sous gestion[1], une réorientation de ces flux financiers vers des investissements durables s’imposerait et ferait, en passant, du Luxembourg le financier de la transition écologique – quel bel avenir pour eis Finanzplaz.

Même si le Luxembourg se plaît de mettre en avant son rôle en tant que « pionnier international de la finance verte et durable »[2], un état des lieux dressé par Greenpeace Luxembourg[3] montre que la réalité est bien différente. L’analyse des investissements des 100 plus grands fonds luxembourgeois a révélé que leur stratégie d’investissement correspond en moyenne à un scénario de + 4 °C d’ici 2050, un fond sur trois n’étant même pas conforme avec un scénario de +6 °C d’ici 2050 ! En d’autres mots, ces fonds poursuivent une stratégie qui est plus en ligne avec l’écocide qu’avec l’objectif de l’Accord de Paris [4].

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